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LA-Medaillenhagel schon am ersten Meisterschaftstag

Erding – Mit fünf Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen eröffneten die Landkreis-Leichtathleten den ersten Wettkampftag bei den bayerischen Meisterschaften im Erdinger Sepp-Brenninger-Stadion.

Alles glänzte schon am ersten Tag dieser bayerischen Titelkämpfen der Männer, Frauen sowie der Jugend U20 und U18. Die Leichtathletik-Abteilung des TSV Erding hatte wieder einmal mehr alles perfekt organisiert und vorbereitet, um den zahlreichen Startern aus dem gesamten Freistaat eine perfekte Grundlage zu Erfolgen und Top-Leistungen zu ebnen. „Puh, das war diesmal aber alles ein bisschen anders als bei den letzten Bayern-Meisterschaften in den letzten beiden Jahren“, verriet Kerstin Weber die wieder einmal mehr als „Multi-Organisatorin“ im Vorfeld der Veranstaltung im Einsatz war. Aber auch am Wettkampftag blieb sie vom Stress nicht verschont: Als Helferin bei diversen Disziplinen, Ansprechpartnerin für alle Sorgen, Listenführerin bei Sprungdisziplinen, aber auch als Mutter und größter „Fan“ ihrer im Einsatz befindlichen Töchter Lilli und Evi erlebte sie diese Titelkämpfe mehr als intensiv von früh bis spät. Der TSV Erding freute sich übrigens schon am Samstag früh um den ersten großen Erfolg: Im Diskuswurf der weiblichen Jugend U18 wurde Lilli Weber neue bayerische Meisterin mit 38,81 Meter klar vor Laura Jungnickl von der LG Fichtelgebirge mit 36,88 Meter. Damit steigerte sie ihre persönliche Bestleistung sogar um stolze 58 Zentimeter. „Ich freue mich über den Sieg, denn das kann man gerade im Diskuswurf eigentlich nie berechnen“, sagte die 17-Jährige und meinte damit, dass so manche Athletin schon mal den Diskus perfekt trifft und damit ungewohnt gut wirft. Als bayerische Winterwurf-Titelträgerin in dieser Disziplin machte Weber dennoch ihre Saison auf Landesebene nun perfekt. Allerdings fehlte das berühmte i-Tüpfelchen: „So gerne hätte ich heute nun endlich die DM-Norm von 39 Meter geschafft und nur 19 Zentimeter haben mir gefehlt“, erzählte die Erdingerin ein wenig traurig, denn ausgerechnet ihre ungültigen Versuche landeten bei dem angestrebten Limit. Eine weitere Qualifikationschance wurde ihr dennoch möglich gemacht: Außer Wertung ging sie nochmals später im Diskuswurf der Jugend U20 an den Start: Dort erzielte sie 38,27 Meter und „da wären auch wieder die ungültigen Versuche genau richtig gewesen“, so Weber ein wenig enttäuscht, denn in Erding hätte sie die letzte Chance auf das DM-Ticket gehabt. Ihre 26-jährige Schwester Evi Weber war bekanntlich einst sogar Junioren-WM-Teilnehmerin – später beendete sie ihre Karriere – und seit einiger Zeit trainierte sie nun wieder auf. Im Diskuswurf der Frauen ging sie am Samstag ebenfalls an den Start. Ihre Ein-Kilogramm-Scheibe flog auf 39,42 Meter und damit wurde sie undankbare Vierte. „Gegen diese Gewichtsklasse habe ich einfach ein wenig Nachteile gehabt“, sagte Weber ein wenig enttäuscht, denn nach dem Ende ihrer „ersten“ Karriere sieht die Erdingerin „rankenschlank“ wie eine Läuferin und schon gar nicht wie eine Werferin aus. Gold ging hier an Sabrina Zeug von der LG Oberland aus Hausham mit 45,92 Meter. Dennoch gab es im Frauen-Diskus-Finale einen lokalen Erfolg, denn mit der 26-jährigen Simone Schramm trainiert seit einigen Monaten eine Athletin von der LG Bamberg bei Erdings Trainer Christian Weber. Mit 40,13 Meter verbuchte sie Bronze und gewann auch später den bayerischen Vize-Titel der Frauen im Kugelstoßen mit 13,05 Meter ebenfalls hinter Sabrina Zeug mit 13,73 Meter. Sonst sind die Athleten aus Bamberg meist genau die die längsten Anfahrtswege haben, doch „nun habe ich auch mal einen kurzen Weg von nur 30 Minuten gehabt“, erzählte Schramm die in Moosburg wohnt, dort auch als Mittelschullehrerin arbeitet und in Erding ihr neues „Trainingszuhause“ hat. „Vor allem im Diskuswurf bin ich natürlich froh, dass ich so eine gute Unterstützung bekomme“, so die Bambergerin.
Die neue bayerische Meisterin im Hochsprung der weiblichen Jugend U20 kommt vom TSV Dorfen: Als Favoritin überquerte Jana Schüler diesmal gute 1,68 Meter und sicherte sich damit klar die begehrte Goldmedaille. Damit landete sie sicher vor Hanna Schmitt vom TV DJK Hammelburg mit 1,65 Meter und Katja Davidowske vom Kirchheimer SC (3./1,62 Meter) auf dem obersten Siegerstockerl. In Erding verfehlte sie ihre Saison-Bestmarke diesmal um 3 und ihren Rekord um 5 Zentimeter. „Eine bessere Höhe werde ich dann bei den deutschen Meisterschaften nachholen“, versprach die 18-Jährige ein wenig selbstkritisch. Der TSV Dorfen formte sich am ersten Wettkampftag übrigens zum erfolgreichsten Landkreis-Verein, denn in der Allianz und damit in der Startgemeinschaft LAG Mittlere Isar gab es zwei weitere wertvolle Erfolge. Die 4 x 100 Meter-Staffel der LAG wurde bestmöglicher bayerischer Vize-Meister in der weiblichen Jugend U18: Die erst 14-jährige Emilia Kurz aus Dorfen spurtete mit ihren Freisinger Team-Kolleginnen zum Silber mit beachtlichen 49,71 Sekunden. Nicht zu schlagen war der hochfavorisierte LAC Quelle Fürth mit 48,06 Sekunden. Auch Vincent Bachmayr freute sich über eine „Silberne“: Mit der 4 x 100 Meter-Staffel der männlichen Jugend U20 arbeitete er sich mit seinen LAG-Kammeraden aus Garching zum Vize-Titel mit 45,68 Sekunden hinter den Favoriten von der LG Stadtwerke München mit 44,94 Sekunden (1.).

Getarnt in auswärtigen Trikots starteten ebenfalls einige Landkreis-Athleten überaus erfolgreich. Die eigentliche 400 Meter-Spezialsitin Mona Mayer aus Hörlkofen startete auf der 800 Meter-Strecke der Frauen im Trikot der LG Telis Finanz Regensburg. Mit einer klugen Taktik gab die 21-Jährige erst auf den letzten 200 Meter so richtig Gas und arbeitete sich als beste Endspurterin überlegen an die Spitze der Konkurrenz. Keine ihrer Gegnerinnen konnte auf den letzten 100 Meter noch mit ihr mithalten – und am Ende überquerte sie souverän als neue bayerische Meisterin das Ziel. Mit beachtlichen 2:10,07 Minuten verbesserte sie ihre „Uralt-Bestzeit“ aus dem Jahr 2018 um ganze 1,63 Sekunden und verwies die bayerische Junioren-Hindernis-Titelträgerin Darja Michel vom TuS Traunreut mit 2:12,22 Minuten auf den Silber-Platz.

Der gebürtige Erdinger Benedikt Wiesend bewährte sich mit gleich zwei Medaillen in den Männer-Sprint-Wettbewerben. Im Trikot des TSV Gräfelfing arbeitete sich der 31-Jährige unerwartet zur Bronzemedaille über 400 Meter. Mit 49,58 Sekunden schrammte er nur um 16 Hundertstelsekunden am Vize-Titel vorbei – Gold ging allerdings „unangreifbar“ an den hochfavorisierten Vincente Graiani von der LG Stadtwerke München mit 46,94 Sekunden (1.), nachdem der Isener Viertelmeiler und Mitfavorit Samuel Werdecker auf einen Start verzichtete. Später stand Wiesend immerhin einmal ganz oben auf dem Podest: Mit seiner 4 x 100 Meter-Staffel des TSV Gräfelfing wurde er neuer Bayern-Meister mit 41,85 Sekunden klar vor der LG Erlangen mit 42,77 Sekunden und der LG Passau (3./45,09 Sek.). Die Dorfenerin Stephanie Menke – selbst erfolgreich als Jugendliche für den TSV Dorfen – eroberte im Trikot der LG Stadtwerke München den bayerischen Meistertitel mit der 4 x 100 Meter-Staffel der Frauen. Mit 45,94 Sekunden gewann sie Gold vor der LG FESTINA Rupertiwinkel mit 48,41 Sekunden (2.). Ein weiterer Spitzenplatz wanderte in den Landkreis: Der erst im letzten Jahr nach Dorfen gezogene Jakob Zimmer sicherte sich im Trikot des SV Germering den fünften Rang im Weitsprung-Finale der männlichen Jugend U18. Mit 6,07 Meter verfehlte der 16-Jährige um 12 Zentimeter Bronze.

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2022-07-08T11:47:39+02:00
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