19.07.10 15:58 Alter: 49 days
David Gollnow Fünfter bei DM in Braunschweig
Rubrik: Leichtathletik
Viel riskiert – am Ende Fünfter
400m Hürdensprinter David Gollnow bei der Deutschen Leichtathletik Meisterschaft

David Gollnow (rechts) über der Hürde neben Silvio Schirrmeister (Dresdner SC)
Braunschweig, 17./18.07.10 Mit der Hoffnung auf seine erste Medaille bei den Männern reiste der zweimalige Deutsche Jugendmeister und U20 Weltmeisterschaftsfinalist von 2008, David Gollnow (TSV 1862 Erding – 400m Hürden) nach Braunschweig zu den Deutschen Meisterschaften der Leichtathleten. Zusätzlich wollte er die letzte Chance einer Qualifikation für die diesjährige Europameisterschaft in Barcelona nutzen. Allerdings stand dieses Unterfangen unter keinem guten Vorzeichen. Nach einem glänzenden Saisoneinstieg, den er vor allem mit Spitzenzeiten über die flache 400m Distanz untermalen konnte, erlitt er vor zwei Wochen einen Rückschlag. Ein grippaler Infekt verhinderte eine planmäßige Vorbereitung auf den Saisonhöhepunkt. Zusätzlich musste er seine Teilnahme an einen weiteren Nominierungswettkampf für die EM absagen. Erst zwei Tage vor Abreise nach Braunschweig bekam er überhaupt die ärztliche Freigabe, dass er starten durfte.
Somit gab es für Gollnow nur eine Devise, volles Risiko bereits im Vorlauf, um eine Zeit in der Nähe der EM – Norm (49,75 sec.) zu erzielen, um dann im Endlauf bei einer optimalen Bahnverteilung evtl. noch etwas draufpacken zu könne. Etwas irritiert schauten er und sein Vater sowie Coach Olaf Gollnow am Samstag dann allerdings auf die Startlisten. Bahn 2, obwohl er die viertbeste Meldezeit hatte? Scheinbar hatte das Los entschieden und ihm die ungünstige Innenbahn mit dem kraftraubenden engen Kurvenradius beschert. Gollnow ließ sich aber nicht beirren und ging hochmotiviert an den Start. Nach dem Startschuss heftete er sich sofort an die Fersen seines stärksten Kontrahenten Silvio Schirrmeister (Dresdner SC). In der zweiten Kurve verlor er zwar etwas seinen Rhythmus konnte aber das Tempo gut durchbringen, um auf der Zielgeraden wieder einmal seinen Killerinstinkt auszupacken. Meter für Meter kam er Schirrmeister näher. Faktisch auf der Ziellinie brachte er sich sogar noch in Führung. Die Zeit 50,49 sec bedeuteten die schnellste Vorlaufzeit, neue persönliche Bestleistung und die Gewissheit, dass die Form noch da ist. Das Unterfangen, Griff zur Medaille, konnte weitergehen. Sonnig zeigte sich der Sonntag zur Endlaufzeit. Gollnow startete auf Bahn 3, hatte somit alle Titelaspiranten vor sich im Blickfeld. Sein Start glückte ihm auch hervorragend. Die ersten 5 Hürden konnte er als Schnellster überwinden. In der zweiten Kurve verließ ihn dann aber seine Risikofreudigkeit und er stellte auf einen defensiveren Rhythmus um. Dies kostete ihm wertvolle Zehntel Sekunden und die Führung im Rennen. Allerdings kam ja noch die Zielgerade, auf der er mit seiner Endspurtstärke so manches Rennen für sich entscheiden konnte. Es gelang ihm auch bis zur letzten Hürde die vierte Position zu erreichen, dicht hinter den Führenden. Rasant wollte er die zehnte Hürde überwinden um mit Schwung in den Endkampf eingreifen zu können. Allerdings machte sich wohl doch der Trainingsrückstand bemerkbar. Gollnow verschätzte sich etwas und trat die Hürde voll zu Boden. Dieser Fauxpas brachte ihn zum Straucheln und letztlich um den ersehnten Medaillenrang. Ein zwar guter Platz 5 und eine Zeit von 50,97 sec. waren das nicht ganz versöhnliche Ergebnis des Wochenende im Norden Deutschlands.
Deutscher Meister wurde Georg Fleischhauer (50,11 sec – Dresdner SC) vor Silvio Schirrmeister (50,12 sec) und Stefan Stoll (50,37 sec – VfL Sindelfingen).og
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